Mit der Bewilligung von Fördermitteln des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und durch die Unterstützung zahlreicher weiterer konnte im Mai 2007 das E+E-Vorhaben „Erlebnis Grünes Band im Vierländereck“ starten. Das Gesamtvolumen wird rund 1,1 Mio. Euro betragen.
In 2006 war die Region, die an der Elbe von Lenzen (Brandenburg) über Dömitz (Mecklenburg-Vorpommern) bis ins Amt Neuhaus (Niedersachsen) und südlich der Elbe über Arendsee bis nach Salzwedel (Sachsen-Anhalt) reicht, in einer ebenfalls vom BfN geförderten Vorstudie als eine von bundesweit drei Modellregionen unter dem Motto „Erlebnis Grünes Band“ ausgewählt worden.
Ziel des Vorhabens ist es, in den nächsten drei Jahren neue Strategien zu entwickeln und zu erproben, um den ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen, das Grüne Band, als Naturerlebnisregion weiterzuentwickeln.
Bereits vor der Grenzöffnung 1989 hat der Bund für Umwelt und Naturschutz e.V. (BUND) die bundesweite Bedeutung des ehemaligen Grenzstreifens als Lebensraum zahlreicher bestandsgefährdeter Tier- und Pflanzenarten erkannt und verschiedene Projekte zum Schutz dieses längsten nationalen Biotopverbundes initiiert. Heute ist das Projekt "Grünes Band" eines der bekanntesten und erfolgreichsten Naturschutzprojekte in Deutschland. Eine Ausweitung auf das Grüne Band Europa wird derzeit im Rahmen verschiedener Projekte realisiert.
Mit dem Vorhaben „Erlebnis Grünes Band“ in den drei Modellregionen an der Elbe, im Harz und in den Naturparken Thüringer Wald/Thüringer Schiefergebirge/Frankenwald wird durch das Bundesamt für Naturschutz und viele weitere Partner nun ein neuer Baustein im Schutzkonzept für das Grüne Band vorangebracht: Durch professionell entwickelte Erlebnisangebote sollen Gäste und Bewohner für das Grüne Band interessiert und sensibilisiert werden. Die Einzigartigkeit des Grünen Bandes baut dabei vor allem auf die enge Verknüpfung von Naturerlebnis, Geschichte und Kultur - denn nur am Grünen Band finden sich wertvolle Natur, Denkmale jüngerer deutscher Zeitgeschichte und kulturelle Sehenswürdigkeiten in so engem räumlichen Bezug. Die neu entwickelten Angebote sollen länderübergreifend und für alle Modellregionen gemeinsam vermarktet werden. Durch eine Steigerung der regionalen Wertschöpfung aus dem „Grünen Band“ können neue Partner für die Bewahrung dieses größten, zusammenhängenden Lebensraumverbundes in Deutschland gewonnen werden.
Das E+E-Vorhaben „Erlebnis Grünes Band“ wurde vom Bundesamt für Naturschutz gemeinsam mit dem BUND entwickelt. Im Rahmen einer Vorstudie wurden die Voraussetzungen und Potenziale für Natur-Tourismus am Grünen Band ermittelt und ein (natur-)touristisches Leitbild entwickelt. In einem weiteren Schritt wurden drei Modellregionen ausgewählt, in denen dies nun exemplarisch umgesetzt und erprobt wird. Die wissenschaftliche Begleitung des E+E-Vorhabens liegt beim BUND-Projektbüro Grünes Band in Nürnberg und kompetenten Partnern. Ihre Aufgaben umfassen die Koordinierung, Beratung und Vernetzung der Aktivitäten in den Modellgebieten sowie die Erfolgskontrolle der naturschutzfachlichen und touristischen Umsetzung. In allen drei Modellregionen sollen Ergebnisse erreicht werden, die auch auf andere Regionen entlang des innerdeutschen Grünen Bandes und des Grünen Bandes Europa übertragen werden können.
Kontakt: Trägerverbund Burg Lenzen e.V., Susanne Gerstner / Dieter Leupold, Burgstr. 3,
19309 Lenzen, Tel.: 038792/5078-104, mail: info@burg-lenzen.deDiese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Projektbausteine und Förderer in der Modellregion Elbe-Altmark-Wendland
Gemeinsam mit zahlreichen Partnern aus den vier angrenzenden Bundesländern entwickelt der Trägerverbund Burg Lenzen e.V. eine Reihe von „Grenzerfahrungspunkten“. Mehrere Grenztürme, so bei Lenzen, Popelau und Salzwedel sollen begehbar werden und dem Besucher durch Bild und Text Wissenswertes über Natur, Grenzgeschichte und Kultur der alten Grenzregion vermitteln. Auch weniger offensichtliche „Spuren“ des Grünen Bandes wie Reste ehemaliger Besiedlungen werden für Einheimische und Besucher aufbereitet. Verbunden durch eine Fernradroute sowie verschiedene Rundwege sollen die Grenzerfahrungspunkte insbesondere interessierte Touristen ins Vierländereck locken. Wo möglich, werden die Erlebnispunkte auch vom Wasser aus, an Elbe und ihren Nebenflüssen Jeetze und Löcknitz, zugänglich gemacht.
Für eine breite Öffentlichkeit sorgen neben thematischen Führungen und Veranstaltungen auch Projektwochen für Schüler und Jugendliche sowie eine Ausstellung zum Thema „Natur und Landschaft an der innerdeutschen Grenze im Spiegel von Literatur und Bildender Kunst“. Parallel dazu wurden erste Maßnahmen begonnen, um die wertvollen Lebensräume am Grünen Band zu bewahren und verloren gegangene Biotope wieder zu entwickeln. Hierzugehört die Renaturierung der früher entwässerten Kusebruchswiesen nördlich von Salzwedel, die wieder als Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere der Feuchtgebiete dienen sollen. Durch einen geplanten Aussichtsturm erhalten später interessierte Besucher die Möglichkeit, Gänse und Kraniche in ihrem neuen Rastgebiet zu beobachten. Geplant ist darüber hinaus die Pflege von wertvollen Trockenrasen und Binnendünen an verschiedenen Stellen im Projektgebiet.
Gemeinsam mit interessierten Anbietern und den Tourismusorganisationen sollen schließlich darauf aufbauend attraktive, qualitativ hochwertige, naturverträgliche touristische Angebote bis hin zu buchbaren Pauschalen entwickelt und bundesweit vermarktet werden. Damit kann der einmalige Lebensraumverbund bekannter gemacht und ein Beitrag zu seiner dauerhaften Erhaltung geleistet werden.
Unterstützt wird das Vorhaben durch den BUND-Bundesverband und die vier beteiligten Landesverbände sowie durch folgende Partner:
Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums, Niedersächsisches Umweltministerium, Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Brandenburg, Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, Niedersächsische Lottostiftung, Lotto Sachsen-Anhalt, Heidehof Stiftung, NATURstiftung David, Sparkassenstiftung, Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz Sachsen-Anhalt, Karl Kaus Stiftung, beteiligte Landkreise und Kommunen, Tourismusorganisationen, Schutzgebietsverwaltungen und Naturwacht, Innovations- und Gründerzentrum Salzwedel (IGZ), Wasser- und Bodenverband Prignitz, Fördervereine Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg und Kloster Arendsee.